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  • Elisabeth-Krankenhaus Rheydt, Foto: Städtischen Kliniken Mönchengladbach

    Elisabeth-Krankenhaus Rheydt, Foto: Städtischen Kliniken Mönchengladbach

  • Die designierte Chefärztin der Kardiologie & Angiologie PD Dr. med. Mirja Neizel-Wittke und Chefarzt der Kardiologie & Angiologie Prof. Dr. med. Georg V. Sabi, Foto: Städtischen Kliniken Mönchengladbach

    Die designierte Chefärztin der Kardiologie & Angiologie PD Dr. med. Mirja Neizel-Wittke und Chefarzt der Kardiologie & Angiologie Prof. Dr. med. Georg V. Sabi, Foto: Städtischen Kliniken Mönchengladbach

1. Quartal 2020 | Anzeige

Frauenkardiologie in den Städtischen Kliniken

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: „Frauen müssen anders behandelt werden als Männer“

Viele Frauen unterschätzen ihr Herzinfarkt-Risiko – und sie müssen in der kardiovaskulären Prävention, Diagnostik und Therapie anders behandelt werden als Männer. Die Städtischen Kliniken gehören zu den Vorreitern in der sogenannten Frauenkardiologie in der gesamten Region.

Herzerkrankungen gelten nach wie vor als Männerkrankheit. Dabei zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamts sehr deutlich, dass derzeit etwa gleich viele Frauen und Männer an einem Herzinfarkt oder an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sterben. Das ist auch die häufigste Todesursache in Deutschland: Im Jahr 2015 waren 39 Prozent aller Sterbefälle auf Herz-/Kreislauferkrankungen zurückzuführen. Und: „Während bei Männern die Rate an Todesfällen aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen kontinuierlich abnimmt, sinkt sie bei Frauen weniger und steigt sogar zwischen dem 40. und 55. Lebensjahr an, was nicht zuletzt darauf zurückgeführt wird, dass immer mehr Frauen rauchen“, stellt die Deutsche Herzstiftung heraus.

Eine Expertin, die sich intensiv mit diesem Thema auseinandersetzt, ist PD Dr. Mirja Neizel-Wittke, designierte Chefärztin der Klinik für Kardiologie und Angiologie der Städtischen Kliniken (Elisabeth-Krankenhaus). Sie betont: „Viele Frauen unterschätzen ihr Herzinfarkt-Risiko, europaweit kommen Frauen bei einer kardiovaskulären Notfallsituation später ins Krankenhaus als Männer. Das kommt daher, dass bei Frauen seltener mit einem Herzinfarkt gerechnet wird. Die Studie ‚Berliner-Frauen-Risikoevaluation‘ zeigt, dass mehr als die Hälfte der mehr als 1000 befragten Frauen ihr kardiovaskuläres Risiko unterschätzt hat. Das bedeutet auch, dass Frauen in der kardiovaskulären Prävention, Diagnostik und Therapie anders behandelt werden müssen als Männer.“

Das hänge schon allein mit völlig anderen Symptomen beim Herzinfarkt zusammen. „Oft kündigt sich der Herzinfarkt beispielsweise mit anderen Alarmzeichen als bei Männern an, die eher unspezifisch sind, etwa mit Kurzatmigkeit, Übelkeit, Erbrechen oder auch mit Beschwerden im Oberbauch. Das führt dazu, dass ein Herzinfarkt bei Frauen häufig viel später erkannt wird als bei Männern – eben auch, weil bei Frauen seltener mit einem Herzinfarkt gerechnet wird“, warnt PD Dr. Mirja Neizel-Wittke. Die Städtischen Kliniken sind einer der Vorreiter in der sogenannten Frauenkardiologie in der Region. Unter Federführung von PD Dr. Mirja Neizel-Wittke und Kardiologie-Chefarzt Prof. Dr. Georg V. Sabin wurde im Frühjahr der erste „Frauentag“ in den Städtischen Kliniken initiiert, um mit zahlreichen Fachvorträgen über Frauenkardiologie zu informieren und zu einem neuen genderspezifischen Umgang mit diesen Erkrankungen aufzurufen. „Unser Wunsch ist es, geschlechtsspezifische Unterschiede bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich zu machen und vor allem Frauen und medizinische Praktiker für die umfassenden Risiken zu sensibilisieren“, sagt PD Dr. Mirja Neizel-Wittke, die auch stellvertretende Vorsitzende des neuen Verbundes Netzwerk Frauenherz ist, das den ersten Frauentag organisiert hat.

Das Netzwerk Frauenherz hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Herzgesundheit von Frauen in Deutschland und die Förderung der geschlechterspezifischen Kardiologie federführend zu begleiten und in der Öffentlichkeit und in Fachkreisen zu verankern. Vorsitzende ist Lolita Bleckmann, Chefärztin am Herzpark Hardterwald in Mönchengladbach. Laut PD Dr. Mirja Neizel-Wittke stehe beim Netzwerk Frauenherz ebenso im Fokus, die Relevanz dieser gendermedizinischen Implikationen in der Kardiologie in der Praxis und für die Praxis aufzuzeigen. „Wir sind uns sicher, dass wir durch mehr Vorsorge und zielgerichtete Behandlungen viele lebensbedrohliche kardiovaskuläre Situationen vermeiden können. Wir stehen deshalb vor allem für die Optimierung der gendermedizinischen Versorgung und wollen auf geschlechtsspezifische Unterschiede aufmerksam machen. Daher sind uns auch Kooperationen wichtig, eben etwa zwischen den Städtischen Kliniken und dem Herzpark.“ Das Netzwerk Frauenherz hat im November übrigens den German Medical Award, eine führende Auszeichnung für mehr Transparenz und Qualität in der Medizin, im Bereich „Innovative Medizin“ erhalten. Der Herzpark steht für ambulante und stationäre kardiologische Rehabilitation, während in den Städtischen Kliniken die gesamte klinische Diagnostik und Akuttherapie im Fokus steht. So führen die Mediziner der Klinik für Kardiologie und Angiologie in zwei mit modernster Technik ausgestatteten Herzkatheterlaboren täglich zahlreiche Herzkatheteruntersuchungen und Koronarinterventionen durch, gewährleisten eine schnelle und effektive medizinische Behandlung bei akuten Herz-Kreislauferkrankungen auf der interdisziplinären Intensivstation – und haben eben auch eine Sprechstunde für Frauenkardiologie eingerichtet.

Auch mit dem Uniklinikum Düsseldorf besteht eine enge Kooperation. Die Einrichtungen arbeiten zum Beispiel eng in der interventionellen Klappentherapie zusammen und auch in der Versorgung herzinsuffizienter Patienten. Ebenso sind die Kardiologie der Städtischen Kliniken und die Klinik für Herzthoraxchirurgie der Uniklinik Düsseldorf Partner eines Telemedizin-Projekts. „Wenn sich das Herz-Team in der Kardiologie des Elisabeth-Krankenhauses trifft, um Therapien und anstehende OPs zu besprechen, haben einige Mitglieder einen Weg hinter sich, der sie viel Zeit kostet. Die Herzchirurgen reisen jeweils aus Düsseldorf an. Das soll sich nun ändern: durch ein Digitalisierungskonzept, das die Teilnahme der Chirurgen per Videokonferenz erlaubt, aber auch die Übermittlung von Daten, den raschen gemeinsamen inhaltlichen Austausch sowie die Einbindung der Patienten und Angehörigen“, sagt Thorsten Celary, Geschäftsführer der Städtischen Kliniken.

Für die Patienten bietet die Digitalisierung große Vorzüge: „Sie lernen beispielsweise den Chirurgen, der sie später in Düsseldorf operiert, bereits vorher per Videoschaltung kennen, können ihn sehen, mit ihm reden und Fragen stellen. So wird Vertrauen zwischen Operateur und Patient aufgebaut“, sagt PD Dr. Mirja Neizel-Wittke. Auch nach der OP sei ein engmaschigerer Kontakt zwischen Chirurg, Patient und behandelndem Kardiologen in Zukunft möglich.

Sie möchten mehr Informationen über die Frauen- kardiologie der Städtischen Kliniken Mönchengladbach erhalten?

Dann besuchen Sie die Webseite: https://sk-mg.de/de/Frauenkardiologie.htm

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