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Fachärzte für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie: Jörg Weyel und Dr. Dr. Ralf-Thomas Lange, Foto: Dr. Dr. Lange Weyel

Juni 2020 | Anzeige

Patienten möchten sich sicher fühlen

Hohe Akzeptanz für Schutzmaßnahmen

Auf die Coronavirus-Pandemie haben Zahnarztpraxen schnell und wirkungsvoll mit besonderen Maßnahmen reagiert. Wir sprachen mit den beiden Mund- Kiefer- Gesichtschirurgen Dr. Dr. Lange und Herrn Weyel im Menge Haus über ihre Erfahrungen mit der Pandemie und wie Patienten auf die besonderen Herausforderungen der aktuellen Situation reagieren.

Redaktion: Hat sich das Besuchsverhalten von Patienten während der letzten Wochen geändert?

Dr. Ralf-Thomas Lange: Natürlich hat sich das Verhalten geändert. Auch wir mussten uns der neuen Situation angepasst umstellen. Zu Beginn der Pandemie wusste keiner genau, was auf uns zukommt. Das Virus und seine Auswirkungen waren und sind bis heute nicht vollkommen wissenschaftlich geklärt. Die Patienten fürchteten eine erhöhte Infektionsgefahr durch eine Zahnarztbehandlung und durch den Kontakt mit anderen Patienten.

Zahnarztpraxen so wie die Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie unterliegen immer besonders strengen Hygienevorschriften. Bei diesen Behandlungen im Mund-, Kiefer-, Gesichtsbereich und dem engen Kontakt mit den Patienten besteht ständig eine erhöhte Infektionsgefahr, egal ob Influenzaviren, Masernviren, Hepatitis- oder HIV-Viren. Deshalb sorgen unsere überweisenden Kollegen in ihren Praxen und wir hier im Menge Haus für ein hohes Schutzniveau.

Jörg Weyel: Wir sehen ganz klar die Tendenz, dass Patienten im Moment später in die Praxen gehen und Behandlungen, manchmal auch dringend erforderliche, hinauszögern. Auch wir Behandler haben gerade bei Risikopatienten abgewägt, ob die Behandlung sofort erfolgen muss oder wir den Eingriff verschieben können. Es geht in erster Linie immer um die Gesundheit. Deshalb kann in einigen Fällen eine Zurückhaltung des Arztbesuches z.B. bei Herzerkrankungen und Schlaganfällen lebensgefährlich werden. Unsere überweisenden Kollegen und wir können aktuell unser vollständiges Leistungsspektrum anbieten. Unser Appell an Patienten: Klären sie telefonisch ab, ob ein Termin mit Arztbesuch erforderlich und möglich ist, bevor sich Beschwerden zu akuten Problemen entwickeln und es zu irreversiblen Schäden kommt.

Redaktion: Wie gehen Patienten mit der neuen Behandlungssituation um?

Dr. Ralf-Thomas Lange: In einer Zahnarztpraxis tragen Arzt und Team schon immer Schutzmasken, Brillen und Handschuhe. Was sich geändert hat, ist, dass wir unsere Patienten jetzt direkt mit Mundschutz begrüßen und empfangen und auf ein Händeschütteln ganz verzichten. Alle Instrumente werden, wie auch vor der Pandemie, immer sterilisiert und frisch aufgelegt, der Behandlungsraum weiterhin sorgfältig desinfiziert und die Behandlungsräume gelüftet. In der neuen Situation verhalten sich unsere Patienten vorbildlich und zeigen Verständnis für die Ausweitung der Standard-Hygienevorschriften. Händedesinfektion, Abstandregeln und weitere Hygiene-Maßnahmen werden nicht als Einschränkung verstanden. Maßnahmen, die eine Behandlung aufwendiger und langwieriger gestalten können, werden akzeptiert. Da diese Maßnahmen zum Schutz dienen und für die Sicherstellung einer Behandlung im Menge Haus sorgen, werden sie von Patienten nicht in Frage gestellt. Patienten möchten nicht nur sich, sondern auch das betreuende, zahnmedizinische Personal geschützt wissen.

Jörg Weyel: Unsere Patienten legen Wert darauf, dass lange geplante und schon begonnene Behandlungen ohne Verzögerung fortgesetzt werden können, falls die Situation dies zulässt und dadurch kein erhöhtes Risiko besteht. Wir stimmen jeden Behandlungsschritt mit unseren überweisenden Kollegen und dem Patienten ab, um für alle Beteiligten den sichersten und den komfortabelsten Therapieweg gewährleisten zu können. Sofern gesundheitlich nichts dagegen spricht, können wir auch in der aktuellen Situation für unsere Patienten gemeinsam alle medizinischen Eingriffe durchführen. In jedem Fall beurteilen wir die individuelle Situation und entscheiden mit unseren Patienten und Kollegen, wie wir Schritt für Schritt eine sichere Behandlung gewährleisten können.

Dr. Ralf-Thomas Lange: Aus gesundheitlichen Gründen notwendige Arztbesuche sollten nach Absprache mit der/m Behandler/in ebenso wenig verschoben werden, wie begonnene Therapien oder vorbeugende Prophylaxe-Maßnahmen. Wir sind uns immer der Verantwortung bewusst, dass wir während der Behandlung die Verantwortung für die Gesundheit und das Wohlergehen unserer Patientinnen und Patienten und natürlich auch für das Praxisteam tragen. Das war vor der Pandemie, ist während der Pandemie und wird auch danach so sein.

Redaktion: Auch in Zeiten von SARS-CoV-2/COVID-19 ist die Sicherstellung einer zahnärztlichen Behandlung gewährleistet. Der Schutz von Patientinnen, Patienten und des Praxisteams vor Infektionen im Rahmen der Behandlung hat dabei höchste Priorität. Herr Dr. Lange, Herr Weyel, wir danken für das Gespräch.

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