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Susanne Kersten, Chefarzt des Brustzentrums Bashar Youssef, Nicole Simons, Foto: Hans-Peter Reichartz

Februar 2019 | Anzeige

Gemeinsam sind wir stark

Selbsthilfegruppe Brustkrebspatientinnen startet

Es wurde viel gelacht und es wurde geweint an diesem Abend. Die Eröffnung der Selbsthilfegruppe „Elis Lichtblick“ steckte voller emotionaler Momente. Nicht ganz zwei Dutzend Patientinnen mit der Diagnose Brustkrebs waren zu der Auftaktveranstaltung ins Eli gekommen. Einige der Frauen kannten sich bereits aus der gemeinsamen Zeit im Chemoraum, andere hatten die Ankündigung der Gründungsveranstaltung gelesen und waren neugierig auf das was kam.

Susanne Kersten und Nicole Simons sind die Gründerinnen der Selbsthilfegruppe. Sie ließen in ihren kurzen Eröffnungsreden keinen Zweifel: „Wir haben in der harten Zeit zwischen der Diagnose und dem Abschluss der Behandlung aus unserem Freundeskreis und unseren Familien so viel Hilfe, Kraft und Glück erfahren, so dass wir uns vor einiger Zeit entschlossen haben, ein Stück davon zurückzugeben.“ Vor allem an die Frauen, die genauso wie sie mit ihrer Krankheit fertig werden mussten und auch noch müssen.

Vom ersten Augenblick an war der Ton zwischen den Frauen vertraut. „Wir reden ja mit Menschen, denen es genauso geht. Man muss sich weder erklären, noch auf Verständnis hoffen, bzw. Angst vor Ablehnung oder Unverständnis haben“, so Bettina Rybka. Obwohl ihre Erkrankung schon eine ganze Zeit zurückliegt, „habe ich immer noch Kontakt zu den Frauen, die ich damals während der Zeit kennengelernt habe. Wir treffen uns z.B. regelmäßig alle zwei Monate zum Essen.“ Über eine WhatsApp-Gruppe seien die Wege kurz, „besonders wenn man mal schnell telefonieren möchten, weil es einem gerade mal nicht so gut geht.“ Die Rheydterin freut sich, dass es „Elis Lichtblick“ gibt: „Von den geplanten Angeboten der Selbsthilfegruppe werde ich sicher das eine oder andere annehmen.“ So etwas wie „Elis Lichtblick“ sei so wichtig, denn es gebe so viele Frauen mit dieser Diagnose.

Nicole Simons skizzierte das Programm von „Elis Lichtblick“ indem sie diese Frage stellte: „Wer von euch kennt diese hundsgemeine innere Stimme, die mit ihrem Gequatsche uns nur Angst machen will?“ Viele Finger gingen hoch. Sie habe mittlerweile Techniken erlernt mit denen sie „diese Stimme stumm schalten kann.“ Diese Fähigkeit wolle sie weitergeben: „Ich habe während meiner Behandlung ein Seminar zur Persönlichkeitsentfaltung geschenkt bekommen. Mittlerweile lasse ich mich zum Coach ausbilden.“

„Elis Lichtblick“ wird sich künftig jeden 1. Mittwoch im Monat treffen, jeweils im Eli und jeweils ab 18 Uhr. Das Angebot wird von Vorträgen zum Themen wie Ernährung, Sport, oder Reha gehen. Es wird regelmäßige Beratungen geben. Und es wird um Themen wie Achtsamkeit gehen. „Aber wir werden sicher auch mal nur quatschen, oder einen Ausflug machen“, so Susanne Kersten. Das Wichtigste sei das vertraute Miteinanderumgehen und die Gewissheit immer auf ein offenes Ohr zu stoßen und in keinem Augenblick der schweren Zeit alleine klar kommen zu müssen.“

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