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  • Prof. Dr. med. Olaf Horstmann am Sichtgerät der nebenstehenden, neuen Operationseinheit „Da Vinci“, Foto: Städtische Kliniken Mönchengladbach

    Prof. Dr. med. Olaf Horstmann am Sichtgerät der nebenstehenden, neuen Operationseinheit „Da Vinci“, Foto: Städtische Kliniken Mönchengladbach

  • Die Städtischen Kliniken Mönchengladbach, Elisabeth-Krankenhaus Rheydt, Foto: Städtische Kliniken Mönchengladbach

    Die Städtischen Kliniken Mönchengladbach, Elisabeth-Krankenhaus Rheydt, Foto: Städtische Kliniken Mönchengladbach

  • Prof. Dr. med. Olaf Horstmann am Sichtgerät der nebenstehenden, neuen Operationseinheit „Da Vinci“, Foto: Städtische Kliniken Mönchengladbach

    Prof. Dr. med. Olaf Horstmann am Sichtgerät der nebenstehenden, neuen Operationseinheit „Da Vinci“, Foto: Städtische Kliniken Mönchengladbach

4. Quartal 2018 | Anzeige

Höchste Präzision bei Darmkrebs dank da Vinci

Eli: innovativ und zukunftsorientiert

„Als wäre ich im Körper des Patienten drin“, beschreibt Prof. Dr. Olaf Horstmann die Arbeit mit dem neuen hochmodernen Operations“besteck“. Der Chefarzt der Fachabteilung für Allgemein-, Viszeral-, und Endokrine Chirurgie an den Städtischen Kliniken sitzt vor einem Sichtgerät, das wie eine Art Guckkasten funktioniert. Durch die beiden Okulare sieht der Chirurg ein gestochen scharfes 3-D-Bild. Gleichzeitig bewegen seine Finger zwei unscheinbare Griffe unterhalb des Bildschirms. Außerdem steuert er das Operationsgerät über mehrere Fußpedale.

Da Vinci, das ist der Name für eine Operationseinheit, die punktgenau über den Patienten gefahren und anschließend mit den schon gelegten Zugängen gekoppelt wird. Der Operateur steuert und bedient das vierarmige Gerät von einer etwas abseits stehenden Konsole aus. Unmittelbar am OP-Tisch steht ein assistierender Oberarzt: „Damit ist gewährleistet, dass u.a. etwaige Flüssigkeit aus dem Bauchraum abgesaugt werden kann.“

Da Vinci habe deutliche Vorteile, allein schon was seine Arbeit betrifft, so der Chefarzt der Chirurgie: „Ein ergonomisch viel besseres Arbeiten ist damit möglich. Ich kann den Kopf und die Arme auflegen.“ Das klinge allerdings nur auf den ersten Blick entspannt: „Während der Operation ist meine Konzentration um ein Vielfaches gefordert.“

Für den Patienten hat diese Art der minimalinvasiven OP ebenfalls große Vorteile. „Die Instrumente sind deutlich beweglicher als die menschliche Hand. Jegliche Erschütterungen werden automatisch abgefangen und ausgeglichen. Damit kann ich auch in schwer erreichbaren Körperregionen, wie z.B. im kleinen Becken, wo auch viele Nerven verlaufen, deutlich präziser arbeiten. Und damit auch schonender für den Patienten“, so Horstmann.

Das bestätigt Jörg Schloßmacher nur zu gerne. Er wurde vor gut drei Wochen am Darm mit da Vinci operiert, an einem Freitag. In seiner Stimme schwingt auch jetzt noch Staunen mit: „Mittwochs drauf hätte ich schon nach Hause gekonnt. Ich bin dann aber noch einen Tag länger geblieben.“ Bis jetzt sei er „restlos begeistert“ von da Vinci. Prof. Horstmann ergänzt: „Die Liegezeit bei der herkömmlichen Darmkrebs-OP beträgt allerdings im Durchschnitt meines Wissens nach zehn bis zwölf Tage.“

Das da Vinci Gerät konnte für das zertifizierte Darmkrebszentrum am Eli durch eine großzügige Spende eines ehemaligen Darmkrebs-Patienten angeschafft werden. Die Kosten lagen bei rund 1,5 Millionen Euro, wie Horst Imdahl bestätigt, der die Spendenabwicklung begleitet hat.

Olaf Horstmann arbeitet seit Juni mit da Vinci: „Ähnliche Geräte werden von der Viszeralchirurgie nur noch in Köln und Aachen eingesetzt, u.U. auch an der Uni Düsseldorf. Wir haben damit in der Region ein deutliches Alleinstellungsmerkmal.“ Er hält die „roboterassistierte Chirurgie für eine logische und bedeutende Weiterentwicklung der minimal-invasiven Chirurgie, die sich wegen ihrer Vorzüge mittelfristig auch flächendeckend durchsetzen wird.“ Schon jetzt „wird weltweit in der Allgemeinchirurgie jeder zehnte Eingriff mit dem Gerät durchgeführt.“ Wobei nicht die Quantität der Einsätze entscheidend sei: „Es geht stets um schwerwiegende Eingriffe, also etwa sehr frühem, bis sehr weit fortgeschrittenem Darmkrebs, und komplexe Bauchwand-, bzw. Zwerchfellbrüche.“ Prof. Dr. Olaf Horstmann führt noch einen Vorzug der da Vinci Methode an: „Die Rate, die beschreibt, dass bei einer laparoskopischen OP doch ein langer Hautschnitt nötig ist, weil der Operateur während der Operation vor Ort nicht weiterkommt, ist bei da Vinci viel viel geringer als wir das bisher kennen.“

Die Vorzüge dieser Chirurgie würden nun erstmals auch von der Wissenschaft bestätigt, obwohl die Methode noch neu ist, ergänzt der neue Geschäftsführer der Städtischen Kliniken Thorsten Celary: „Eine breit angelegte Studie an der University of Leeds bestätigt mit den ersten Ergebnissen u.a., dass da Vinci insbesondere dann zum Einsatz kommt, wo die Laparoskopie an Grenzen stößt, also schwierigeren Fällen.“ Der Einsatz dieser modernen Operationsmethode am Eli mache den Anspruch deutlich, den die Städtischen Kliniken für sich erheben: „Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, Innovationen voranzutreiben und in der Gesundheitsversorgung Vordenker zu sein.“ Außerdem zeige die Arbeit mit da Vinci, „dass wir ein attraktiver Arbeitgeber sind, der zukunftsorientiert aus- und weiterbildet.“

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