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Alena Scharfschwert. Foto: Alena Scharfschwert

Dezember 2018

Burnout: Hilfeschreie unserer Psyche

Yoga als langfristige Stressbewältigung

Jeden von uns kann es treffen: Burnout. Ein Zustand der totalen körperlichen, geistigen und emotionalen Erschöpfung als Folge von chronischer Überforderung. Wir alle sind täglich starken Stressoren ausgesetzt, sind gefordert und belastet. Um nicht aus dem körperlichen und seelischen Gleichgewicht zu geraten, braucht es Stressbewältigungsstrategien. Haben wir diese nicht, suchen sich Körper und Geist irgendwann einen Weg, um auf den Missstand aufmerksam zu machen. In den letzten Ausgaben konnten Sie lesen, wie unser Körper auf Stress reagiert. Heute geht es um den seelischen Schmerz.

Zahlen & Fakten

Es sind alarmierende Zahlen: Nach Schätzung der WHO (Weltgesundheitsorganisation) wird jeder vierte Mensch einmal im Leben psychisch krank. Mit weltweit ca. 300 Millionen betroffenen Menschen zählen Depression und Burnout sogar zur zweitgrößten Volkskrankheit. Bundesweit sind psychische Erkrankungen somit der zweitwichtigste Grund für Arbeitsunfähigkeit. Neun von zehn Deutschen fühlen sich von ihrer Arbeit gestresst und sogar jeder zweite Bundesbürger fühlt sich von einem Burnout bedroht (Umfrage der pronova BKK).

Burnout: Symptome & Ursachen

Chronischer Stress kann zum Burnout führen. Schwerer Burnout wiederum kann zur Depression führen. Um das zu vermeiden, sollten Sie erste Symptome ernst nehmen. Empfundene Burnout-Symptome können anhaltende Erschöpfung, innere Anspannung, Lustlosigkeit, Schlafstörungen oder auch Gereiztheit sein. Gründe für das Gefühl völliger Erschöpfung können sowohl beruflicher als auch privater Natur sein. Beruflich: Termin- und Leistungsdruck, Überstunden, schlechtes Arbeitsklima, Konkurrenzkampf, Konflikte mit Kollegen und Vorgesetzten, fehlende Anerkennung, unklare Verantwortungsbereiche. Privat: fehlende Work-Life-Balance, Einsamkeit, ungelöste Beziehungskonflikte, körperliche Beschwerden.

Symptome erkennen – Handeln:

Sie haben sich bei den Burnout-Symptomen und verschiedenen Stressoren wiedergefunden? Dann ist es höchste Zeit zu handeln. Es ist Zeit für Veränderung. Was Sie als Sofortmaßnahme tun können:

  • Professionelle Abklärung der Symptome und Beratung durch externe Person (Arzt)
  • Stressoren herausfinden und reduzieren oder beseitigen
  • Sofortige Verschnaufpausen: Ruhe, Erholung. Entspannung verordnen
  • Langfristig Anti-Stress-Rituale erarbeiten (z.B. Yoga) und ins Leben integrieren
  • Prioritäten setzen: auch mal „nein“ sagen
  • Perfektionismus vermeiden
  • Ggf. (längerfristige) Betreuung durch Arzt, Therapeut oder Coach

Warum Yoga als Langzeitmaßnahme hilft:

  • Yoga verbessert die Selbstwahrnehmung: Bin ich gerade gestresst oder nicht?
  • Yoga ist eine Achtsamkeitspraxis: Was tut mir gut, was nicht?
  • Yoga als Entspannungstechnik: Erholung, Zeit für sich, Entschleunigung
  • Yoga ist kein Sport: es funktioniert ohne Leistungsdruck und Perfektionsanspruch
  • Yoga ist frei von Bewertung. Jeder bleibt bei sich.
  • Durch Yoga mit dem Moment verbunden: Das Jetzt zählt.
  • Stille durch Meditation: Stille stellt keine Fragen. Aber sie kann Antworten geben.

Alle oben aufgelisteten Punkte können Ihnen sowohl als Präventiv- als auch als Sofortmaßnahme bei einem Burnout helfen.

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