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Alena Scharfschwert. Foto: Alena Scharfschwert

November 2018

Yoga gegen Rückenschmerzen

Das Leben besteht aus Bewegung

Rückenschmerzen: Wenn die klassische Medizin an ihre Grenzen stößt, bekommt die alternative Heilkunst eine Chance. Eine strikte Trennung zwischen Alternativ- und Schulmedizin wird immer irrelevanter. Eine gute Entwicklung, die Yoga und traditionellem Heilwissen asiatischer Kulturen den Weg ebnet. Rückenschmerzen zählen zu den häufigsten Gesundheitsbeeinträchtigungen der heutigen Zeit. Hauptursachen sind Inaktivität, Fehlhaltungen, Verschleiß, Übergewicht und psychischer Stress. Wie in der letzten Ausgabe beschrieben, ist der Schmerz immer ein Warnsignal des Körpers.

Ursachen von Rückenschmerzen

Suchen Patienten mit ihren Beschwerden einen Facharzt auf, können die Mediziner bei 80-90 % der Patienten die Beschwerden nicht eindeutig auf ein Problem der Wirbelsäule zurückführen. Damit hat ein akuter Rückenschmerz in den meisten Fällen keine besonders schlimme Ursache. Unabhängig davon leiden jedoch 85 % aller Deutschen mindestens einmal in ihrem Leben unter Rückenbeschwerden. Unsere Arbeits- und Lebensgewohnheiten wie bspw. stundenlanges Sitzen am Schreibtisch oder im Auto fördern unsere Inaktivität und verleiten uns dazu, einseitige und falsche Körperhaltungen einzunehmen. So entsteht Rückenschmerz auch ohne Schäden der Wirbelsäule.

Therapieansätze

Jahrhundertelang verfolgten Fachleute den Ansatz, dass Menschen sich nur schonen sollten, um gesund zu werden. Auch heute noch verlassen Patienten medizinische Praxen mit dem Rat, sich im Bett auszuruhen. Dabei ist längst bewiesen, dass Bewegung einer der wichtigsten Schlüssel in der Behandlung von Rückenschmerzen ist.1 Mit Hilfe von Physiotherapie, Massagen, Thermotherapie, Akupunktur und psychotherapeutischer Begleitung kann selbst die medikamentöse Behandlung häufig umgangen oder zumindest reduziert werden. Eine Operation sollte immer die letzte Option sein und nur dann vorgenommen werden, wenn die Beschwerden sicher einer spezifischen Ursache zugeordnet werden können.

Jede Bewegung zählt

Jeder Rückenschmerz-Patient kann sein Wohlergehen selber in die Hand nehmen, indem er achtsamer im Umgang mit sich selber wird, körperliche wie seelische Belastungen verringert und moderate Bewegungsroutinen in sein Leben integriert. Wichtig ist dabei nur, dass sich Patienten überhaupt bewegen. Ob Schwimmen, Rudern, Gymnastik, Stretching oder Yoga – das Angebot ist groß. Mäßig, aber regelmäßig sollte es in der Anfangsphase sein. Denn Menschen sind weder zum dauerhaften Herangehenan ihre äußersten sportlichen Grenzen noch zum totalen Stillstand geschaffen. Bewegung kann dem Schmerz vorbeugen, ihn lindern oder ganz verschwinden lassen. Außerdem wirkt Bewegung stimmungsaufhellend und somit positiv auf die Psyche.

Warum Yoga gegen Rückenschmerzen hilft

Die positive Wirkung von Yoga ist wissenschaftlich belegt. Zahlreiche Studien konnten bereits nachweisen, dass Patienten mit Rückenschmerzen nach mehrmonatiger Yoga-Praxis durchschnittlich beweglicher waren und mit den Schmerzen besser leben konnten als Patienten, die kein Yoga gemacht hatten. Warum? Eine Yogapraxis ist eine achtsame Ganzkörpererfahrung und vereint damit alles, was wichtig und nötig ist, um Rückenschmerzen vorzubeugen oder sie zu lindern. Mit gezielten Asanas (Yogaübungen) kann die Wirbelsäule sanft mobilisiert, relevante Muskelpartien gedehnt und die Bauch- und Rückenmuskulatur gestärkt werden. Eine regelmäßige Yogapraxis wirkt suboptimalen Bewegungsmustern und Schonhaltungen entgegen. Der Patient gewinnt das Vertrauen in den eigenen Körper wieder und verliert die Angst vor der Bewegung und dem erwarteten Schmerz. Yoga begleitet den Patienten dabei mit Ruhe und Geduld. Grundsätzlich gilt, dass jedes Rückenleiden einzeln zu betrachten ist, die YogaÜbungen aber in jedem Fall sorgfältig und zunächst langsam sowie unter Aufsicht eines erfahrenen und verantwortungsbewusstem Yogalehrers ausgeführt werden sollten. Je nach Art und Schwere des Rückenleidens ist eine Yogapraxis mit einer individuellen Betreuung in einem Personal Coaching zunächst die beste Wahl.

1Ausgenommen sind an dieser Stelle Patienten, deren Wirbelsäulenbeweglichkeit oder allgemeine Mobilität durch Unfälle, Verletzungen o.ä. stark eingeschränkt oder zeitweise unmöglich ist. Hier liegt eine eindeutige physische Ursache vor.

* Bitte lassen Sie sich bei länger anhaltenden Rückenschmerzen immer zuerst ärztlich untersuchen. Yoga ersetzt keine medizinischen Diagnosen. Yogalehrer sind weder Ärzte noch Therapeuten.

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