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Fabian Kreutzer bei der Weltmeisterschaft 2013 in Südafrika.

Di, 20.06.2017

Weltmeisterschaft für Transplantierte: „Ich möchte zeigen, was mit einer neuen Lunge möglich ist“

Ende Juni ist es soweit. Fabian Kreutzer, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule Niederrhein, räumt für ein paar Tage seinen Schreibtisch und fliegt nach Málaga, um dort beim 5000-Meter-Lauf um Medaillen zu kämpfen. Das Besondere: Fabian Kreutzer ist Lungentransplantiert.

Bereits zum zweiten Mal nimmt der 35-Jährige an den Weltspielen der Transplantierten teil. Mehr als 2.000 Transplantierte aus mehr als 50 Ländern finden sich ein, um sich sportlich zu messen. Neben den Wettbewerben aus zahlreichen Disziplinen, gibt es auch ein kulturelles Programm. Dabei können sich die internationalen Teilnehmer rund um das Thema Transplantation, Organspende und Therapie austauschen.

„Ich möchte zeigen, was mit einer Lungentransplantation alles möglich ist“, sagt Fabian Kreutzer, der aus Büderich kommt und an der Hochschule Niederrhein als wissenschaftlicher Mitarbeiter für das Institut NIERS arbeitet. Bei der Weltmeisterschaft nimmt er an den Disziplinen Gehen und Laufen teil. Über jeweils 5000 Meter misst er sich mit anderen Transplantierten. Dabei wird es keine Einzelwertung nach transplantiertem Organ geben. „Ich habe es bei dem Lauf natürlich schwerer als jemand, dem beispielsweise eine Niere transplantiert wurde“, sagt Kreutzer.

Obwohl er sportlich sein Bestes geben möchte, ist es für ihn besonders wichtig, mit dem Event die Aufmerksamkeit auf das Thema Transplantation zu lenken. Laut des Ausrichtungsverbandes erhöhen sich die Organspenden in dem Austragungsland jeweils signifikant. „Wir möchten vor allem auf das Thema Organspende aufmerksam machen. Egal wie sich jeder einzelne entscheidet, wichtig ist, dass man sich überhaupt mit dem Thema auseinander setzt und seinen Willen dokumentiert“, erklärt Kreutzer. Laut der Deutschen Stiftung für Organspende warten derzeit rund 10.000 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan.

Schon bevor bei Fabian Kreutzer 2004 wegen der Krankheit Mukoviszidose eine Lungentransplantation unausweichlich wurde, machte er gerne Sport. Damit aufzuhören, war für ihn nicht einzusehen und so bestieg er kurz nach der Transplantation seinen ersten Berg. „Ausdauersport hat bei Lungentransplantierten häufig einen positiven Effekt auf den Gesundheitszustand. Das Laufen stärkt die Lunge“, erklärt Kreutzer. Bereits 2005 nahm er bei den deutschen Meisterschaften für Transplantierte teil. 2008 verschlechterten sich jedoch seine Lungenfunktionswerte, es kam zu ersten Abstoßungserscheinungen. „Seitdem sind die Werte zum Glück auf niedrigem Niveau stabil geblieben“, sagt Kreutzer, der im Mai bei den Deutschen Meisterschaften in Leipzig Silber im Gehen und Gold in der Disziplin Laufen gewann.

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